"Tierische Lampen"

Auch in der Natur gibt es "Lampen" oder besser Leuchterscheinungen bei Tieren. Diese funktionieren allerdings ganz ohne Elektrizität. Meistens handelt es sich um sogenannte "Chemieluminiszenz" (chemisches Leuchten), das durch bestimmte chemische Reaktionen hervorgerufen wird. Wir wollen hier von drei verschiedenen natürlichen Lampen berichten:
- leuchtende Katzenaugen
- Glühwürmchen
- Meeresleuchten

Du hast bestimmt schon mal gesehen, dass die Augen von Katzen und einigen anderen Tieren im Dunkeln leuchten, wenn man hineinschaut. Vielleicht hast du dich schon gefragt, woran das liegt.
Du weißt ja bestimmt, dass die Augen der Katze auch nachts noch sehr gut sehen können. Das können sie deshalb, weil sie auf der Rückwand ihrer Augen eine reflektierende Schicht haben, die das Licht, das ins Auge fällt wieder zurück werfen, nachdem es die Netzhaut passiert hat. Das heißt, es geht zweimal durch sie hindurch, und so wird es zweimal also doppelt so hell wahrgenommen. Dadurch sieht die Katze heller als andere Tiere und auch wir Menschen. Das gespiegelte Licht ist nun das, was wir sehen, wenn wir in ein Katzenauge schauen. Die Augen leuchten also nicht von selbst, sondern sie werfen nur das Licht zurück, das in sie hineinfällt.


Das berühmteste Beispiel für "tierische Lampen" ist sicher das Glühwürmchen. Leider hat noch keiner von uns jemals eines gesehen, aber wir können dir berichten, dass das Licht hier durch eine chemische Reaktion entsteht, die bestimmte Stoffe im Schwanz des Glühwürmchens (das übrigens eigentlich kein Wurm, sondern ein Käfer ist) zum Leuchten bringt. Die Glühwürmchen benutzen das Leuchten zur 'Brautschau'.


Diejenigen, die am Meer wohnen, haben vielleicht schon mal das sogenannte Meeresleuchten oder Wattleuchten gesehen. Wenn es wirklich stockdunkel ist, sieht man manchmal auf den Wellenkronen im Meer ein schwaches grünlich weißes Leuchten. Man kann das auch beobachten, wenn man ein paar Schritte ins Wasser geht und mit den Füßen ein bisschen Wasser aufwirbelt (nicht zu stark!).
Was hier leuchtet sind winzige Tiere, die an der Meeresoberfläche leben. Wenn sie im Wasser mit Sauerstoff (also mit Luft) in Berührung kommen, dann fangen bestimmte Stoffe in ihnen an, chemisch zu leuchten. Warum das passiert, ist noch nicht vollständig geklärt.
Aber das sieht man wie gesagt nur bei stockfinsteren Nächten ohne Straßenlaternen in der Nähe oder den Mond am Himmel. Wenn sich diese Bedingungen einfach nicht einstellen wollen, kann man auch etwas Wasser in einem Glas mit nach Hause nehmen und in einem völlig dunklen Raum etwas darin rühren. Wenn man Glück hat, hat man genügend kleine Tiere im Glas gefangen, dass man das Leuchten sehen kann. Viel schöner ist es aber eben direkt am Meer.